Dienstag, 13. Februar 2018

#thinktuesday Tabuthema: Alkoholismus






Pünktlich zum Aschermittwoch möchte ich mal das Thema anreißen. Alkoholprobleme trat häufiger in meinem Leben auf, als es mir lieb ist/war. Ja, das ist so. Ich komme aus einer Gastrofamilie und da kriegt man einiges mit. Das kann man nicht schön reden. Alkoholsucht ist weit mehr in unserem Leben präsent, als wir es uns zugestehen möchten. Ein Feierabendbierchen oder ein guter Wein zum Essen, wenn man das täglich macht, dann ist es eine Sucht. Nur weil man nicht zittert und noch vollfunktionsfähig, heißt nicht zwingend, dass man keine Sucht hat.

Ich habe mich oft gefragt, ob Alkoholsucht vererbbar ist? Nach einiger Internetrecherche hat sich meine Vermutung bestätigt. 2008 fanden Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) mit ihrer Forschungsarbeit heraus, dass Alkoholsucht an den Erbanlagen liegen kann (nicht muss).

Ich habe keine Befürchtung an Alkoholsucht zu erkranken. Diabetes ist bei mir wahrscheinlicherererer. Dennoch beschäftigt mich dieses Thema in regelmäßigen Abständen. Denn wenn man offen darüber redet, ist man doch erstaunt, wie viele Menschen davon betroffen sind.

Ein Alkoholkranker kann man nicht helfen. Der muss sich selbst helfen. Zu viel und zu oft wird Energie und Fürsorge eingesetzt, aber es nützt nicht. Der Betroffene ist nicht das Opfer, sondern die Familie. Sie sind die Leidtragenden.

Wir sprechen zu selten über das Problem. Viele gesellschaftliche Rituale sind eng mit dem Alkoholkonsum verbunden. Laut Betäubungsmittelgesetz handelt es sich nicht um eine Droge. Es ist ein soziales Schmiermittel. Trinken gilt als Kulturgut. Da hat man doch als „schwacher" Mensch keine Chance. Müssten dieser Menschen nicht besser geschützt werden. Besonders Kinder leiden unter Alkoholmissbrauch. Ob sie selbst trinken oder ihre Eltern.

Ab wann ist man alkoholkrank? Ab wann ist es eine Sucht? Die Grenzen sind fließend.

Achte auf dich. Du lebst nur einmal.

Photo by Kelsey Knight on Unsplash

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